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Mopokolumne 06.12.2009
Nicht immer richtet sich das Wetter nach dem Kalender. Bei herbstlichem Wetter wird der Dresdner Weihnachtsmarkt eröffnet. Er ist wie eine kleine Weihnachtsstadt, die sich romantisch durch die Dresdner Innenstadt zieht.
An vielen Glühweinständen und Fressbuden vorbei, können die Besucher von der Hauptstraße, vorbei an den historischen Weihnachtsmärkten im Stallhof und an der Frauenkirche bis zum Altmarkt schlendern.
Schön wenn das übliche Weihnachtsmarktangebot mit Kunsthandwerk kombiniert wird.
In historischen Kostümen wird getöpfert, geschmiedet, gebacken, gemalt- und gesungen.
So wie die zwei mittelalterlich gekleideten Sänger vor der Frauenkirche , die alte Weihnachtslieder zur Laute singen. Geradezu entspannend schön, wenn die dudelnden Weihnachtsliedkonserven aus den Lautsprechern die Ohren nicht im Übermaß beleidigen.
Beim Glühwein erzählt mir eine ältere Dame ganz begeistert, dass sie von Stuttgart aus wieder in ihre alte Heimatstadt Dresden gezogen ist. Die Kindheitserinnerungen, die Schönheit der Stadt, das ungeheure Kulturangebot und die vielen freundlichen Menschen haben sie wieder zurückgezogen.
Um uns herum mischen sich viele Sprachen im Weihnachtsgewirr. Japanisch, Tschechisch, Russisch, Polnisch, Englisch wird nur noch lautstark durch den sächsischen Dialekt überlagert.
So geben in freundlicher Atmosphäre die einen Geld aus und die anderen nehmen es ein.
Weihnachtsgeschäft! Daran versuchen sich natürlich auch andere zu beteiligen.
Organisiertes Betteln, wird inzwischen sehr einfallsreich und nicht nur durch vorgebliche Armut betrieben.
Vormittags sieht man, nicht gerade warm gekleidete junge tschechische Zigeuner in Gold und Silberkostüme schlüpfen, um dann in unbeweglicher Beweglichkeit die Touristen zum Fotografieren und Geldspenden zu animieren. Körperlich anstrengend der Job.
Am Abend werden sie dann durch einen gut gekleideten Zuhältertypen wieder abkassiert, der sofort sein Deutsch vergisst, wenn man ihn darauf anspricht.
Kriminalität im Graubereich.
Das mobile Polizeirevier auf dem Weihnachtsmarkt mit seinen herum streifenden „ zivilen „Polizisten
macht trotzdem, wie schon in den letzten Jahren, den Weihnachtsmarkt sicherer.
Dass die Straftaten zurückgegangen sind, ist auch in ihrer engagierten Arbeit zu verdanken.
Selbst warten sie natürlich nicht auf den Weihnachtsmann, sondern darauf, dass mal ein hoher Polizeiführer oder vielleicht sogar der Innenminister auf einen Kaffee vorbeikommt.
Denn Anerkennung und Motivation sind Geschenke, die selbst auf dem Weihnachtsmarkt für Geld nicht zu kaufen sind. Aber noch ist ja Zeit dazu. Oder ?
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