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Suchbegriffe - bildung
October 25, 2008October 25, 2008  0 comments  MOPO Kolumnen

Bildungsgipfel

Es wurde eingeladen zum Bildungsgipfel nach Dresden. Angestrengtes Nachdenken bei sächsischer Kartoffelsuppe. Dass eine schmeckt, das andere liegt schwer im gesellschaftlichen Magen.

Wir verfügen in Deutschland über keine nennenswerten Bodenschätze. Unsere Ressourcen stecken im Kopf. Das lässt ahnen, wie behutsam und verantwortlich wir in einer Wissensgesellschaft, mit dem Können, der Intelligenz und dem Wissen umgehen müssen. Das unser eigentliches Kapital ist.

Dieser Zukunftsarbeit sind wir noch mehr verpflichtet, wenn wir dabei auch die demografische Entwicklung in Sachsen im Blick haben. Es wird zwangsläufig ein Regelkreis entstehen: Wachsende Anspannungen der Sozialsysteme werden zu einer höheren finanziellen Belastung der erwerbstätigen Generation führen.

Wer das Wohlstands Niveau erhalten-oder steigern will-muss die kommenden Generationen besser aus und weiterbilden, damit sie stärker und länger am Erwerbsleben teilnehmen können. Es wird eine Entwicklung zum lebenslangen Lernen geben. Das hört sich alles einfach an, ist aber nicht einfach zu machen.

Die weniger werdenden jungen Leute von heute werden für die mehr und älter Werdenden die Rente erarbeiten, ohne genau zu wissen, wie viel Rente sie selber einmal bekommen. Aber sie werden auch für ihre eigenen Altersgenossen die soziale Absicherung erarbeiten müssen, die nicht bildungsfähig oder bildungwillig sind. Diesen Kreis kann und muss man kleiner halten.

Die Abbruchquoten in der Ausbildung sind mit durchschnittlich 30 % in Deutschland viel zu hoch. Es zeigt vor allem eins: Wir schöpfen bei weitem nicht alle Potenziale aus! Leistungsfähige Ausbildung ist nun einmal der strategische Faktor für wirtschaftliches Wachstum und sozialen Fortschritt. Im Vorfeld des Bildungsgipfels waren sich fast alle Experten einig im Ruf nach mehr Geld. Geradezu fantasielos. Obwohl keine konkreten Summen genannt wurden wussten sie schon jetzt, das es viel zu wenig sei. Als ob die Lösungen von gestern auf die Situation von morgen passen würden. Erst müssen die Strukturen überprüft und verändert werden.

 Neues Geld in alte Strukturen geleitet, kann man auch unverantwortlichen Bankern anvertrauen. Das Ergebnis ist gleich: Das Geld ist weg, die Probleme bleiben! Natürlich muss mehr gefördert intensiver und zielgerichteter gearbeitet, werden.

 Aber-wir müssen auch begreifen, dass wir jene, die wir fördern wollen auch gezielt fordern müssen. Die übliche Überzeugung: Das steht mir zu! ,muss von der Frage ergänzt werden: Was kann ich dazu beitragen?

Denkungsart und Bildung gehören eng zu einander. Oder?

Suchbegriffe: bildung demografie 

March 7, 2009March 7, 2009  1 comments  MOPO Kolumnen

 

Morgenpostkolumne  8.3.2009

 

Was lange währt…..

Manchmal ist das Leben ausgesprochen erstaunlich.

 Ich hatte mich auf ein Seminar an der Fernsehakademie Leipzig vorbereitet. Dort studieren hoch –in Einzelfällen auch minder - motivierte junge Menschen um später als Mediengestalter, Kameraleute oder Rundfunkjournalisten tätig zu sein. Es ist nicht ihre Erstausbildung. Die meisten sind Berufssoldaten bei der Bundeswehr, die ihnen großzügig diese Ausbildung bezahlt  um die Wiedereingliederung ins zivile Leben vorzubereiten. Andere kommen von der Arbeitsagentur oder bezahlen die private Ausbildung selbst.

Nur, Ausbildung und Weiterbildung sind das eine und die Umsetzung des eigenen Wissens um die beruflichen Chancen zu erweitern, das Andere.  Dieser Spagat der Ungewissheiten sollte-das war der Wunsch der Studenten-  mit diskutiert werden.

Also fuhr ich von meiner Dresdner Wohnung aus mit der Taxe zum Bahnhof. Ein Taxifahrer der alten Schule, außerordentlich wohl tuend in seiner Höflichkeit und Zuvorkommenheit .

69 Jahre alt sei er, antwortete auf meine Frage. Vor zwei Jahren hätte er noch einmal den Taxischein

gemacht. Darauf sei er ausgesprochen stolz, weil er wisse, wie viele Jüngere diese Prüfung nicht bestehen. Er fühle sich viel zu jung um zuhause vor dem Fernseher oder auf dem Balkon zu sitzen.

In die Zuschauerrolle des Lebens wollte er in seinem Alter noch nicht gedrängt werden. Respekt!

Ein Einzelfall durch Eigeninitiative! Nur wie viele Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind könnten ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten noch in die Erwerbswelt einbringen, wenn wir es politisch und gesellschaftlich vorbereitet  und Anreize dazu geschaffen hätten ??

So haben wir sie vorzeitig zu“ Zuschauern des Lebens „gemacht.

Stunden später mitten in der Diskussion an der Fernsehakademie. Schon die zweite Ausbildung für die ungefähr Dreißigjährigen. Das sollte fürs Leben ja zunächst einmal reichen. Eine verständliche Einstellung und trotzdem falsch.

Gerade sie werden lebenslang lernen müssen. Es wird nicht mehr das dreiteilige Lebensmodell-Schule-Lehre  oder Studium-Arbeitswelt geben. Immer wieder werden  sich Bildungs - und Weiterbildungsabschnitte  im Leben abwechseln, weil der Einzelne nur so die Chancen des Arbeitsmarktes wahrnehmen kann.

Der Personalchef der heute schon arrogant glaubt, ein Fünfzigjähriger brauche sich gar nicht mehr bei ihm bewerben, wird in einigen Jahren händeringend nach einem gutausgebildeten Fünfzigjährigen suchen. Das wird zwangsläufig sein in einer Gesellschaft, in der die Jungen immer weniger und die Alten immer mehr und rüstiger werden.

Nur muss eine Lernbereitschaft im höheren Alter durch eine Beteiligung in jüngeren Jahren vorbereitet sein, da sonst die Motivation fehlt. Nicht alle motivieren sich selbst wie dieser Taxifahrer.

Dass wir die Zukunftsaufgabe für Politik, Gesellschaft und die Unternehmen sein.

 Manchmal hängt Zukunftssicherung auch vom schnellen Begreifen ab. Oder?

Suchbegriffe: bildung demografie alter bildung ausbildung 

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HeinzEggert
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